Berlin?
Ja, Berlin!


Im Jahr 1963 sagte John
F. Kennedy ãAs a free man, I take pride in the words ÒIch bin ein Berliner!ÓÓ
Obwohl Kennedys €usserung nicht gerade grammatisch perfekt war, hatten seine
Wšrter dauerhaften Einfluss, und nicht nur im Rahmen von Westen gegen Osten
oder Demokratie gegen Kommunismus, was eigentlich Kennedys Kontext war, sondern
der Satz hat auch so viele Bedeutung, weil der die Idee vermittelt, da§ Berlin
jedem gehšren kann. Diese Idee widerhallte GŸnter de Bruyn 35 Jahre spŠter, als
er schrieb ães war immer leicht, Berliner zu werden. Nicht in Berlin geboren zu
sein, war nie ein Problem.Ò
Liebe/r Middlebury Student/in, wir wissen genau, was
fŸr Fragen in diesem Moment durch Ihren Kopf rennen: Warum ist es denn so
leicht, Berliner zu werden? Wie kann man eigentlich Berliner werden? Warum
wŸrde man Berliner werden wollen? Wann hat das alles angefangen, und wie hat es
sich ausgespielt? Keine Sorge! Wir werden alle ihre Fragen antworten, und noch
mehrere, woran Sie vielleicht gar nicht gedacht hŠtten! Aber zuerst: Willkommen
in Berlin!
Die Berliner
John F. Kennedy und GŸnter de Bruyn waren nicht die
einzigen Personen, die eine positive Einstellung dazu hatten, Berliner zu sein
oder zu werden; nach de Bruyn war Berlin ãschon im Laufe des 18. Jahrhunderts
rŠumlich auf das Zweieinhalbfache gewachsen, und die Bevšlkerungszahl hatte
sich um das mehr als Dreifache vermehrt. Doch beschleunigte sich dieser Proze§
im 19. Jahrhundert. 1870 gab es schon fŸnfmal soviel Berliner wie 1800; eine Million
waren es zehn Jahre spŠter; und als 1920 die lange schon ineinandergewachsenen
umliegenden StŠdte und Dšrfer zum Berliner Stadtgebiet kamen, wurde die Grenze
von vier Millionen Einwohnern erreicht.Ò Aber wer waren diese Berliner, und wo
kamen sie her? Dazu hatte de Bruyn auch viel zu sagen: ãNicht in einem ethnisch
einheitlichen Stammesgebiet war Berlin entstanden, sondern in
KolonisationsrŠumen, in die Zuwanderer vom Rhein und aus Flandern, aus
Niedersachsen und Franken stršmten, sich mit den slawischen Autochthonen
vermischten und auch in den nachfolgenden Jahrhunderten Toleranz gegen Fremde
ausbilden mu§ten, da Einwanderung immer nštig blieb.Ò Au§erdem war Berlin nicht
nur Anziehungspunkt ãfŸr die Leute aus den Provinzen, die Brandenburger,
RheinlŠnder, Pommern, Ostpreu§en, Schlesier, Wenden, Polen und Juden, sondern
auch fŸr die Soldaten, die in den Anrainerstaaten zum MilitŠrdienst gepre§t
worden waren.Ò
Die Geschichte ist schšn.... Aber was fŸr
Berliner kann ich heutzutage erwarten, wenn ich dahin fahre?
~Es gibt in Berlin fast
3,5 Millionen Einwohner
~13,9% von diesen Einwohnern kommen aus anderen
LŠndern (die meiste kommen aus der Turkei, Polen und anderen europŠischen
LŠndern). Au§erdem kommen auch viele Studenten und andere junge Menschen in Berlin
zu leben.
~60% von Menschen in Berlin sagen, dass sie nicht
religišs sind, 23% sind evangelisch, 9% sind katholisch, 6% sind moslemisch und
0,4% sind jŸdisch.
Ich bin ein kluger Student/eine kluge
Studentin, also weiss ich schon alles Ÿber die Geschichte der Welt und Berlins...
Aber wie wirkt sich das jetzt in Berlin aus?
~Berlin ist eine Stadt, wo Sachen, Personen und
Stellen sich immer entwickeln, und vielleicht der tastbarster Aspekt der
Geschichte in Berlin Ÿberhaupt sind die viele Museen, DenkmŠle und KunststŸcke[H. E.1] , die so viel dokumentiert
haben, und die Ÿberall in der Stadt zu finden sind.
~Berlin war ab 1871 die
Hauptstadt von dem Land, was jetzt Deutschland ist, und nach einer kurzen Pause
(1949-1990, als Westdeutschland von Bonn aus regiert wurde) ist Berlin jetzt
wieder die Hauptstadt von dem vereinegten Land. Darum kšnnen heute viele
staatliche Sachen in Berlin gefunden werden, zum Beispiel den Bundestag, Angela
Merkel und viele Botschaften.
~Die industrielle Revolu tion
in dem 19. Jahrhundert machte Berlin zu einem Transport- und
Wirtschaftszentrum, was bis zur heutigen Zeit Ÿbertragen wurde. Diesen Aspekt
der Geschichte sieht man mit den verschiedenen Verkehrsmitteln, Haupsitzen von
Firmen und...

~Einkaufsmšglichkeiten[H. E.2] ! Stellen in Berlin wie, zum
Beispiel der KurfŸrstendamm, in der Geschichte besonders indikativ von den
Zeiten waren; in den 1920ern sowohl als auch in der Mauerzeit war der K uÕdamm
wo Leute gingen, um zu sehen und um gesehen zu werden, und die Stra§e wa r auch
Symbol fŸr Kapitalismus und das ãWirtschaftswunderÒ. Jetzt kann man immer noch
in den vielen Boutiquen und LŠden neben der GedŠchtniskirche, die im Zweiten
Weltkrieg zerbombt wurde, das Wirtschaftswunder selber erleben.

~Um diesen
Wirtschaftswunder nach dem zweiten Weltkrieg passieren zu lassen, brauchte
Deutschland Hilfe, also hat die Bundesrepublik Deutschland im Jahr 1961
tŸrkische und andere auslŠndische Arbeiter offiziell eingeladen, Gastarbeiter
in Deutschland zu sein. Viele von diesen Gastarbeitern und ihren Familien kamen
nach Berlin, und viele TŸrken emigrieren immer noch dahin. Darum gibt es
besonders viele tŸrkische Kultur dort, und bis heute ist Berlin die grš§te
tŸrkische Stadt au§erhalb der TŸrkei.
~Die Berliner Mauer stand zwischen Ost und West
Berlin von 1961 bis 1989, und obwohl die Mauer jetzt weg ist, wŸrden viele Leute
noch sagen, dass es noch eine unsichtbare Mauer gibt. Das sieht man darin, dass
es noch billiger ist, in Ost Berlin als in West Berlin zu wohnen, oder dass
manche ãOssiesÒ negative Meinungen von ãWessiesÒ haben, oder umgekehrt.
Berlin? Ja, Berlin! Die Stadt Ÿberflie§t mit
Menschen, Kultur und Geschichte, und es gibt keinen anderen Ort in der Welt, wo
man sich so einleben kann, wie in Berlin. Und wenn Sie uns nicht glauben,
nehmen Sie einfach John F. Kennedy als Beispiel!